Kambodschas Armut

Kambodscha gehört noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Nur langsam erholt sich das Land von den Folgen der Kriege, Diktatur und Besatzung. Das Land hat heute politische Stabilität, aber noch mangelt es überall am Nötigsten. Die unzureichende wirtschaftliche Lage und die mangelnde Infrastruktur verstärken die Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat. Das Terror-Regime der Roten Khmer, dem von 1975 bis 1979 ein Viertel der damaligen Bevölkerung (ca. 2 Millionen, meist gebildete Menschen) zum Opfer fielen, hat tiefe Wunden hinterlassen. Von diesen Wunden hat sich das Land bis heute nicht erholt und so leben (laut Regierungsangaben) 20% der Einwohner unter der Armutsgrenze.

Am schlimmsten trifft es die Kinder Kambodschas. Schon bei ihrer Geburt sind sie gefährdet. Kambodscha hat eine 15 mal höhere Kindersterblichkeitsrate als Deutschland und in ihrem weiteren Leben bedrohen neben Krankheiten auch Kinderprostitution und -handel ihre Existenz.
Durch die Armut ist für die Eltern eine schulische Ausbildung und medizinische Versorgung ihrer Kinder oft kaum möglich.

In dieser Grafik aus dem Jahr 2006 sieht man die Armutsrate in Kambodscha:

Die Karte ist aus dem Jahr 2006, seitdem hat sich die wirtschaftliche Situation im Land verbessert. Die Gewinne kommen aber leider dennoch oft nicht bei den Armen an und nur der Reichtum einer kleinen Gruppe wächst. Die Lebensumstände der Armen sind unverändert geblieben und durch die steigenden Lebensmittelpreise teilweise eher verschlechtert.

Arme können sich die Bildung nicht leisten, die nötig ist, um am Wirtschaftswachstum der letzten Jahre von 7% bis 10% teilzuhaben. Aber gerade Bildung ist so wichtig, um einen Weg aus der Armut zu finden.

Genau hier setzen wir als Banyan Tree e.V. an und versuchen, bedürftige und arme Familien zu unterstützen, um den Kindern eine schulische Bildung und eine Zukunft zu ermöglichen.

In Phnom Penh wächst die Armut wieder – Kambodscha ist von der Krise hart getroffen

Die Finanzkrise der letzten Jahre lässt die Armut wieder wachsen und trifft Entwicklungsländer wie Kambodscha besonders schwer.
Kambodschas Wirtschaft ruht auf nur vier Säulen und drei davon sind direkt von der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen: die Textilindustrie, der Tourismus und die damit eng verbundene Baubranche. Lediglich die Landwirtschaft ist von der Krise noch weitgehend unberührt.

Regelrecht dramatisch ist der Einbruch in der Textilindustrie. In den Fabriken in Phnom Penh lassen alle großen internationalen Modeunternehmen von adidas bis Levis ihre teuren Textilien zusammennähen. Die Konsumenten sparen in Krisenzeiten als erstes an Modeartikeln und so sind die Textilexporte teilweise um zwei Drittel gesunken. Die Folge waren Fabrikschließungen und Entlassungen und so stieg die Armut in Phnom Penh, nach Jahren des Aufschwungs, in den letzten Jahren wieder an.