Über Kambodscha

Das Lächeln der Khmer – Sourire Khmer

Ein Lächeln, das einem in Kambodscha überall begegnet, in diesem Königreich am Mekong. Im Herzen Südostasiens gelegen, ist das heutige Kambodscha etwa halb so groß wie Deutschland, wird aber nur von ca. 15 Millionen Menschen bewohnt, die zu 95 Prozent dem Volk der Khmer angehören. Die wechselvolle Geschichte, vom Großreich Angkor über die Kolonialzeit der Franzosen bis hin zum Terrorregime der Roten Khmer, prägte und prägt das Land und die Menschen Kambodschas bis heute. Wer sich zwischen dem zum Teil von Dschungel überwucherten Weltwunder Angkor Wat und den abseits der Touristenrouten gelegenen Dörfern der Reisbauern bewegt, wird ein stilles, bescheidenes, tief in seinen buddhistischen Traditionen verwurzeltes Land finden, das für seine Besucher immer ein Lächeln bereithält. Ein Lächeln, das bereits vor 800 Jahren von den Steinmetzmeistern des Angkor-Reiches eingefangen wurde.

Der Tempelkomplex Angkor besteht aus zahlreichen religiösen Bauwerken, die zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert durch die Khmer errichtet wurden. Insgesamt währte die Zeit der Angkor-Könige etwa 600 Jahre. 1431 wurde Angkor Wat aufgegeben, um in Phnom Penh die Hauptstadt zu gründen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Land de facto eine französische Kolonie und erst 1953 erhielt Kambodscha seine Unabhängigkeit, als König Norodom Sihanouk Staatsoberhaupt wurde.

Die dunkelste Periode des Landes erlebten die Kambodschaner in den 1970er Jahren, als General Lon Nol erfolgreich einen Staatsstreich inszenierte und den König aus seinem Amt drängte. Als 1975 nach einem bitteren Bürgerkrieg die fanatischen Roten Khmer mit Pol Pot die Macht übernahmen, wurde das Land auf das „Jahr Null“ zurückgestellt. Während der vierjährigen Schreckensherrschaft mussten Zehntausende von Intellektuellen sterben (es genügte schon, Brillenträger zu sein) und letztlich ca. 2 Millionen Kambodschaner wurden grausam gefoltert und ermordet. Nur 50 Ärzte und 5.000 von zuvor 20.000 Lehrern überlebten. 1979 wurde das Regime schließlich durch eine vietnamesische Besatzung abgesetzt.

Minen in Kamboscha

Zwischen 1970 und 1998 herrschten in Kambodscha Bürger- und Guerillakrieg, Diktatur und Besatzung. Die Hinterlassenschaft dieser fast dreißig Jahre sind geschätzte vier bis sechs Millionen Landminen. Kein anderes Land der Welt ist so stark von Mienen verseucht wie Kambodscha. Diese kennzeichnen bis heute einen ca. 700 km Landstreifen entlang der Grenze zu Thailand, auf einer Fläche von 4.500 km². Zusätzlich liegen noch unzählige nicht explodierte Bomben, sogenannte Blindgänger, aus der Zeit des Vietnamkrieges im ganzen Land verstreut. Damit ist fast die Hälfte der ländlichen Gebiete Kambodschas betroffen. Jährlich werden bis zu 400 Menschen durch Landminen und Blindgänger verstümmelt oder getötet – eine der höchsten Opferzahlen weltweit, wenngleich zurückgehend. Die durchschnittliche “Lebenserwartung” eines vergrabenen Sprengsatzes ist mit 40 Jahren bemessen und die komplette Säuberung des Landes wird noch Jahrzehnte beanspruchen.

Etwa 35.000 Menschen haben durch Minenunfälle Füße, Beine oder Arme verloren. Solchen Opfern begegnet man überall im ländlichen Kambodscha. Das Leben armer Familien wird noch schwieriger, wenn ein Mitglied einen Minenunfall erleidet.